Konstanz – Der Grundstein ist gelegt: Auf dem nördlichen Great-Lakes-Areal werden bis Ende 2011 ein Handelszentrum mit einem großen Edeka E-Center und Wohnungen gebaut. Die Konstanzer Baugesellschaft Doser und Partner und Edeka Südwest werden gemeinsam rund 38 Millionen Euro investieren. „Das ist eines der wichtigsten städtebaulichen Projekte, da es am Stadteingang liegt“, sagte Bürgermeister Claus Boldt. In den Grundstein wurde alles eingemauert, was für spätere Generationen interessant sein könnte, falls sie je auf dem Gelände graben: die Baupläne, der SÜDKURIER vom Mittwoch, Euro-Münzen, eine Flasche Wein aus den Kellern von Edeka Südwest, eine Krawatte mit dem Logo der Stadt und Geschäftsberichte von Edeka sowie Doser und Partner.
Mehrere Redner bezeichneten den Bau als bedeutendes Projekt für den Stadtteil Petershausen. „Die Nahversorgung ist ein wichtiges Thema, weil sie ein Stück Lebensqualität garantiert“, sagte Manfred C. Noppel, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Südbaden. Das Kaufhaus von Edeka, das Jürgen Norbert Baur betreiben wird, ist Herzstück des Komplexes. Es wird fast 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben und rund 50 000 Artikel führen. „Herr Baur wird das in eigener Verantwortung übernehmen“, sagte Fritz-Peter Steinhausen, Geschäftsführer von Edeka Südwest in Offenburg. Das Haus lege dabei Wert auf regionale Waren. In Baden-Württemberg werde dies auch geschätzt, berichtete Manfred Noppel. Der Lebensmittelhandel verzeichne in Südbaden nie ein Minus, in anderen Bundesländern sei dies anders: „Das hat einen Grund: Wir sind im Land der Genießer.
“ Neben Edeka werden eine Bäckerei, eine Drogerie und weitere Geschäfte in das Zentrum einziehen. Mit insgesamt 7600 Quadratmeter Nutzfläche (inklusive Nebenräume) ist es etwa halb so groß wie das Einkaufszentrum Lago.
Es sei ein alter Wunsch von ihm, einmal ein solches Warenhaus zu führen, sagte Jürgen Norbert Baur, der einige Edeka Frischemärkte in Konstanz betreibt. „Es wird von der Größe und der Gestaltung her etwas Besonderes sein.“ Er dankte wie weitere Redner der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit. Dabei wurde Martin Wichmann für sein Geschick bei den Verhandlungen besonders gelobt, er leitete damals kommissarisch das Planungsamt.
Die 48 Wohnungen seien angesichts der wachsenden Stadt zu begrüßen, sagte Claus Boldt. Er wies zudem auf die 150 Arbeits- und Ausbildungsplätze hin: „Das ist für unsere Stadt sehr wichtig.“ Weitere Flächen sind für Büros und Praxen vorgesehen.
Bauherr Timo Doser sprach von einem langen Weg bis zur Grundsteinlegung. 2005 hatte seine Baugesellschaft das Grundstück gekauft. Die Verhandlungen seien sehr schwierig gewesen. Unter anderem war der frühere Baubürgermeister Ralf-Joachim Fischer als Berater tätig. Architekt Wolfgang Borgards bezeichnete die Entwicklung der ganzen Industriebrache als große Chancen für die Stadt, so werde Petershausen an den Seerhein angebunden.
Auf dem Südareal soll es auch schnell vorangehen. Doser und Partner haben die Bauanträge für ein Hotel, Gastronomie und Büros bereits bei der Stadt eingereicht. Wie es am Rande hieß, sollen die bekannten Gastronomen Uwe Baumann und Stefan Müller (Steg 4) Interesse an der Gastronomie haben.
Quelle: www.suedkurier.de, Bild: Hanser

